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Polychrones Zeitverständnis in Frankreich

In Frankreich ist ein polychrones Zeitverständnis vorherrschend; viele Dinge werden gleichzeitig erledigt. Zeitpläne werden häufig nur als grobe Orientierung aufgefasst und können jederzeit an neue Prioritäten und die aktuelle Situation angepasst werden. Der Kulturstandard Flexibilität wirkt sich somit auch auf den Umgang mit dem Faktor „Zeit“ aus.

Franzosen empfinden Unterbrechungen meist nicht als störend, sondern widmen ihre volle Aufmerksamkeit der Person, die gerade etwas von ihnen möchte. Die Einhaltung von Terminen und Zeitplänen tritt dabei schon einmal hinter den zwischenmenschlichen Beziehungen zurück. Zeitliche Verzögerungen sind zwangsläufig die Folge. Diese werden jedoch nicht generell als negativ bewertet. Diese flexible und simultane Vorgehensweise wird meist als Grundlage für ein effektives Arbeiten angesehen.

Der französischen Polychronität steht ein monochrones Zeitverständnis in Deutschland gegenüber: In der deutschen Kultur wird gern langfristig und genau geplant. Bei der Arbeit konzentrieren sich Deutsche in der Regel auf eine Sache und erledigen anstehende Aufgaben in der vorgegebenen Reihenfolge.

Zum besseren Verständnis: Was heißt es, polychron zu arbeiten?

Ich beginne mit Aufgabe A, schiebe dann zunächst einen Teil von Aufgabe B dazwischen. Im Anschluss mache ich mit Aufgabe C weiter, komme wieder zu A zurück, um mich schließlich noch einmal mit B zu beschäftigen …

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7.8.13 09:24, kommentieren

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Die Chinesische Beziehungsorientierung

Während einer Kommunikationssituation werden stets die Sach- und die Beziehungsebene bedient. In den unterschiedlichen Kulturen variiert lediglich die Ausprägung dieser Dimension. Während der deutsche Geschäftsmann eine sachorientierte Beziehung zu seinen Kollegen und Partnern anstrebt, ist in China der Aufbau einer stabilen und vertrauensvollen Beziehung das „A und O“ für erfolgreiche Geschäftsbeziehungen. Das ist nur durch langfristige Kontaktpflege und die Einbeziehung des Privatbereichs bei der Arbeit möglich.

Die Aussagen eines deutschen und eines chinesischen Geschäftsmannes stellen die beiden Stanpunkte sehr treffend dar:

Der deutsche Geschäftsmann sagt: „Warum sollen wir befreundet sein? Wir wollen doch Geschäfte miteinander machen!“

Der chinesische Geschäftsmann sagt: „Warum sollen wir Geschäfte machen? Wir sind ja nicht einmal befreundet!“

Die Chinesen kooperieren nur mit Geschäftspartnern, zu denen sie bereits eine Beziehung aufgebaut haben oder mit denen sie auch auf einer persönlichen Ebene gut auskommen. Das hat den Grund, dass sie zuerst Vertrauen zu ihrem Partner aufbauen müssen, bevor sie wichtige Verhandlungen eingehen. Hierbei ist es von besonderer Bedeutung, dass man auch private Interessen und Belange klar kommuniziert, denn das dient der Beziehungspflege.

Diese starke Beziehungsorientierung benötigt natürlich viel Zeit und setzt eine Öffnung der Geschäftspartner für einander voraus. Das ist für Manager aus westlich geprägten Kulturkreisen oftmals zeitraubend und unvorstellbar.

6.6.13 13:54, kommentieren

Autoritätsorientierung in Frankreich

Französische Unternehmen sind in der Regel streng hierarchisch strukturiert und durch eine starke Trennung der einzelnen Hierarchieebenen charakterisiert. Die Unternehmensführung wird in solchen Fällen von den Angestellten als ferne Autorität empfunden. Den Vorgesetzten wird schon alleine aufgrund ihrer Position großer Respekt entgegengebracht. Die Entscheidungsmacht und Verantwortung konzentriert sich zumeist in der Hierarchiespitze des Unternehmens. Von den Angestellten wird oft nicht erwartet, Eigeninitiative zu zeigen.

Um kompetente Entscheidungen treffen zu können, verfügt der Chef eines solchen Unternehmens über ein großes Informations- und Beziehungsnetzwerk. Deshalb ist der persönliche Kontakt des Vorgesetzten, trotz der vorhandenen Machtunterschiede, zu den Angestellten sehr wichtig. So ist es zum Beispiel über die Hierarchieebenen hinweg verbreitet, sich mit Vornamen anzusprechen und sich dennoch gleichzeitig zu siezen.

Im Vergleich zur französischen Gesellschaft besteht in Deutschland normalerweise eine geringer ausgeprägte Hierarchie. Vor allem im privaten Bereich herrscht eine weitgehende Gleichstellung, im Geschäftsleben kann es je nach Unternehmenskultur verschieden stark ausgeprägte Rangunterschiede geben.

31.5.13 16:33, kommentieren

Hierarchieorientierung in japanischen Unternehmen

Rangunterschiede zwischen den Menschen werden in Japan häufig als naturgegeben angesehen. Die japanische Gesellschaft ist daher stark von vertikalen Beziehungsmustern geprägt. So hat jede einzelne Person einen fest zugeschriebenen Platz im sozialen System. Dieser wird neben dem Alter über das Geschlecht, die Herkunft und die Ausbildung bzw. Zugehörigkeit zu einer Firma geprägt.

Dem Ranghöheren begegnet man grundsätzlich mit Respekt. Die Sprache ihm gegenüber ist höflich und formal, die Verbeugungen sind tief, Kritik darf nicht geäußert werden. Einer rangniederen Person gegenüber gilt eine herablassende Sprache als durchaus angemessen.

Die Hierarchien in den Firmen Japans sind überlicherweise nicht so flach wie in deutschen Unternehmen, meist kommt jedem Mitarbeiter ein fester Platz innerhalb des Unternehmens zu.

Die Berufseinsteiger werden einmal im Jahr, nach Abschluss der Ausbildung an der Universität, mit einer feierlichen Zeremonie in die Firma aufgenommen. Danach durchlaufen die jungen Akademiker noch einmal eine betriebsinterne Ausbildung. Dabei lernen sie mehrere Abteilungen kennen. Sie beginnen auf der untersten Stufe – z. B. in der Packerei – und arbeiten sich Schritt für Schritt nach oben – wobei sie zunehmend an Ansehen und Autorität gewinnen. In diesem Zusammenhang sollen sich die Neulinge zu loyalen Mitarbeitern entwickeln und vor allem an die bestehende Firmenkultur anpassen.

Um die Harmonie zu wahren, muss die in verschiedenen Situationen vorhandene Rangordnung stets befolgt werden. Das heißt, der japanische Angestellte muss sein Handeln und Sprechen immer entsprechend seines persönlichen Status ausrichten – diese Anpassung betrifft beispielweise die Tiefe der Verbeugung oder den Höflichkeitsgrad in seiner Sprache.

Weitere Informationen aus dem Bereich Doing-Business erhalten Sie hier .

 

 

24.5.13 10:03, kommentieren

Gelassenheit in den USA

In den USA ist häufig eine gelassene Einstellung gegenüber Fehlern zu beobachten. Gemäß dem Prinzip des „Trial-and-Error“ [dt.: Prinzip „Versuch und Irrtum“] werden bereits Kinder schon von klein auf ermuntert, Dinge auszuprobieren und aus den Fehlern zu lernen.

Durch ihre „Gelassenheit“ sind Amerikaner häufig sehr viel offener für Veränderungen und können flexibler mit neuen Situationen umgehen.

Dies kann zum Beispiel im Zusammenhang mit Problemlöseprozessen in deutsch-amerikanischen Teams zu Schwierigkeiten führen. Wer sich nicht über die Vorgehensweise des jeweils anderen bewusst ist, läuft Gefahr, diese als minderwertig abzutun. Amerikaner könnten etwa die deutsche Herangehensweise als zu langwierig und unproduktiv ansehen. Umgekehrt mag das amerikanische Vorgehen auf Deutsche ungeplant und zu riskant wirken.

Wenn weniger über mögliche Konsequenzen nachgedacht wird, ergeben sich aber auch kürzere Planungsphasen, schnellere Entscheidungen und natürlich innovativere Denkweisen. Dafür sind Entscheidungen häufig weniger verpflichtend und können noch revidiert werden: Wenn sich eine Idee als nicht realisierbar erwiesen hat, kann sie ohne Weiteres wieder verworfen werden.

17.5.13 09:51, kommentieren

Prestigedenken in Russland

Ein Kulturstandard, der in Russland häufig zu finden ist, ist das Prestigedenken. Dem Erwerb und der Präsentation von Statussymbolen wird dabei nicht nur große Bedeutung beigemessen, es wird sogar erwartet. Jemand, der sich teure Anschaffungen leisten kann, dies aber nicht tut, kann unter Umständen im Sinne des Prestigedenkens nicht ernst genommen werden. Oder anders gesagt: Falsche Bescheidenheit kann in Russland als Schwäche ausgelegt werden. Aus diesem Grund wird tendenziell großer Wert auf Statussymbole gelegt. Teure Autos, große Villen, wertvoller Schmuck; all dies sind sichtbare Zeichen des Erfolges und damit auch der Wertschätzung des Besitzers.

Das war allerdings nicht immer so! Zur Zeit der Sowjetunion sollte sich kein Bürger aus der Masse, dem Kollektiv, hervorheben. Da teure Produkte sowieso nicht zu erstehen waren – zumindest für die Normalbürger – stellte dies auch kein Problem dar. Mit Einzug des Kapitalismus änderte sich dies jedoch radikal. Die Gründe dafür mögen in den verborgenen Wünschen vieler Russen liegen, etwas Besonderes zu besitzen. Auch der damit zum Ausdruck gebrachte Einfluss spielt eine wichtige Rolle. 

Wundern Sie sich also nicht, wenn Geschäftskollegen ihre Besitztümer anpreisen und gerne von ihnen erzählen. Damit wollen sie ihre Bedeutung hervorheben. Ihnen soll das vermitteln, dass Sie, indem Sie vermeintlich zu dieser „privilegierten“ Gruppe zählen, ebenfalls als wichtige Person wahrgenommen werden.

Was heißt das für Sie? Scheuen Sie sich nicht, von den Qualitäten Ihres [deutschen] Autos zu schwärmen oder die gute Lage Ihres Ferienhauses zu erwähnen. Auch wenn das nicht zwingend der Fall ist oder die besagten Luxusgüter gar nicht existieren – Sie werden damit Ihr Ansehen steigern können!

1 Kommentar 8.5.13 09:46, kommentieren

Tipps für Ihr Verhalten in der Arabischen Welt

  • Fördern Sie Harmonie und Kooperation, helfen Sie Ihren Kontaktpersonen das Gesicht zu wahren! Harmonie herzustellen und zu erhalten ist wichtiger, als offen und ehrlich zu sein.
  • Treffen Sie Entscheidungen im Hinblick auf Harmonie, Konsens und Konformität! Zu vermeiden sind Individualismus und direkte Kritik am Status quo!
  • Informieren Sie sich vor Ihrem Aufenthalt über die nonverbale Kommunikation in der Arabischen Welt! Diese weichen teilweise stark von europäischen Verwendungen ab.
  • Zeigt ein Araber eine Ihnen nicht erklärbare Reaktion, so sollten Sie einen Vermittler einsetzen. Hierdurch können Missverständnisse und unbeabsichtigte Kränkungen vermieden werden.
  • Besonders wichtig: Stellen Sie eine Person nie in Anwesenheit Dritter bloß! Dieses, als immense Respektlosigkeit empfundenes, Verhalten kann stark negative Folgen nach sich ziehen.
  • Bieten Sie Ihrem arabischen Geschäftspartner immer faire Win-Win-Situationen zur Verhandlung an! Sonst kann ein sachorientierter Konflikt schnell eine persönliche Note erhalten.
  • Lernen Sie, negative Kritik möglichst indirekt zu formulieren, beispielsweise symbolisch durch Bilder, durch Umschreibungen und Vergleiche oder als Fragen und Vorschläge! 
  • Suchen Sie nach dem geeigneten Zeitpunkt und Ort, um kritische Themen zu besprechen! Die Situation, Ihre Beziehung zueinander und die Stimmung des anderen müssen dafür passend sein. Warten zahlt sich aus.

Diese und weitere Informationen erhalten Sie auch durch ein Interkulturelles Training zur Arabischen Welt.

2.5.13 11:08, kommentieren